Die LeseWelt muss erhalten bleiben!

Die Schulbibliothek „LeseWelt“ der Lenau Grundschule ist im Schulprogramm und im Schulalltag verankert; sie muss daher auch während eines Umzuges der Schulgemeinschaft hinsichtlich räumlicher, personeller und funktionaler Faktoren erhalten bleiben.
Kinder, Eltern, Pädagog*innen, Bibliothekspersonal, Lesepat*innen, aber auch Berliner
Autor*innen, die Berliner Bürgerstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken
Berlin Brandenburg sind sich einig: Wir brauchen Räume, in denen wir die „LeseWelt“
weiterführen und weiterentwickeln können. Der Modellcharakter der Schulbibliothek
LeseWelt muss erhalten bleiben.

Während der Auslagerung an verschiedene Schulstandorte muss auch die Bibliothek in
verschiedene Teile „zerlegt“ werden. Jegliche Umbauten sollen in Koordination mit
vorhandenen Bibliotheksstrukturen bzw. mit Blick auf die zukünftige Nutzung durch die
Lina Morgenstern-Oberschule bzw. die Ferdinand-Freiligrath-Oberschule entwickelt und
realisiert werden. Dafür arbeiten wir, das Bibliotheksteam, eng mit dem Bauausschuss der Lenau Grundschule sowie den beiden Oberschulen zusammen.

Da es in Berlin an verbindlichen Richtlinien für die Planung und Realisierung von Schulbibliotheken fehlt, ist dies ein gar nicht so einfaches Unterfangen – aber wir und all unsere Unterstützer*innen setzen uns dafür ein, dass die Schulbibliothek auch nach mehr als 15 erfolgreichen Jahren bleibt – und weiter wächst!

Stimmen zum Erhalt der Schulbibliothek

 

„Auf jeden Fall soll es einen Raum geben!“
„Es müssen nicht alle Bücher da sein, aber die, die uns am liebsten sind. Und gemütlich muss es sein!“
(Wünsche von Kindern für die Auslagerungsphase)

 

Das LeseHerz muss bleiben! Ein Aufruf von Kindern und Eltern.
Für die Kinder und Eltern der Lenau-Schule ist die Bibliothek im 1. Stock buchstäblich das Herzstück der Schule: mittendrin, warm und pulsierend. Die beiden Herzkammern könnten gemütlicher und anregender nicht sein. So herzlich ist die Atmosphäre, dass die Kinder uns immer wieder auffordern, selbst nach dem langen Unterricht noch zum Bilderbuchkino zu gehen oder Bücher auszuleihen. Auch wir Eltern versammeln uns zu unseren Sitzungen am liebsten in der Bibliothek. Und sogar das höchste Gremium der Schule, die Schulkonferenz, tagt zwischen den bunten Bücherwänden, die eine
Geborgenheit ausstrahlen, wie sie kein anderer Raum in der Schule bietet.
Wir Kinder und Eltern wünschen uns, dass dieses LeseHerz, an dem der ganze Kreislauf der Schule angeschlossen ist, nach dem Abriss der Schule erhalten bleibt und in möglichst ähnlicher Gestalt in den Neubau verpflanzt wird. Wenn die Bibliothek mit ihren Mitarbeitern auch in der Zwischenquartieren einen angemessenen Ort findet, wäre das für Schulgemeinschaft ein symbolträchtiges und lebendiges Signal. Bitte helfen Sie mit, dass wir Lenauer unsere Identität auch in der Übergangszeit an fremden Orten bewahren können und hinübertragen in die neue Gemeinschaftsschule.
Die Eltern der Lenau Grundschule

 

Die LeseWelt ist ein innovatives Projekt, das zeigt, was Schulbibliotheken können. Sie ist mit ihrem kinderzentrierten und wissenschaftsbasierten Ansatz ein Orientierungspunkt für die Entwicklung von schulbibliothekarischen Angeboten, auch über Berlin hinaus.
Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Berlin Brandenburg

 

Politiker, Pädagogen und Arbeitgeber klagen derzeit darüber, dass Kinder und Jugendliche im Zeitalter der „neuen Medien“ nicht mehr richtig lesen und schreiben
lernen. Was wir Erwachsenen dabei oft vergessen: Wenn wir wollen, dass Kinder wieder mehr lesen und ihre eigene Vorstellungskraft trainieren, statt vorgefertigte Bilder zu
konsumieren, müssen wir im Alltag auch Zeiten und Räume schaffen, die das ermöglichen. Sorgfältig gestaltete Schulbibliotheken wie die LeseWelt der Lenauschule
sind solche Orte. Schon durch die Tatsache, dass sie eine angenehme Atmosphäre schaffen und Kinder sich dort gerne aufhalten, animieren sie zum Wiederkommen,
Stöbern, Staunen. Solche Räume müssen um jeden Preis gefördert und erhalten bleiben – sie sind schlicht der Schlüssel für eine Lesekultur (und damit auch Alphabetisierung) künftiger Generationen. Wer die aktuelle Lesekrise also in den Griff bekommen möchte, muss für solche „Leseinseln“ sorgen und sie, sind sie einmal etabliert, auch pflegen. Kinder sollten sich auf ihre lieb gewonnenen Rückzugsorte verlassen können. Damit sie wiederkommen und weiterlesen.
Salah Naoura, 54, Kinderbuchautor, und die Berliner Kinderbuchautor*innen

 

Die Schulbibliothek ist der Ort, um die Lust aufs Lesen-Lernen zu erzeugen und wachzuhalten, um große, kleine, dicke, dünne Bücher in den Händen halten zu können,
also sinnliche Erfahrungen machen zu können, die ihrerseits die intellektuelle Entwicklung fördern. Es ist der Ort, an dem die Lesepat*innen mit den Kindern, und
gerade mit den leseschwächeren, arbeiten können, auch mal mit spontanen Ideen und Wünschen und für alle Altersstufen und Leseniveaus. Es ist ein Ort der Kommunikation, des Kennenlernens und der (Wieder-)Begegnung, der die Schulgemeinschaft stärkt. All
dies macht die Schulbibliothek zu einem notwendigen Ort.
Monika, Lesepatin seit 7 Jahren